Im Rahmen der großen Kirchenrenovierung 1972 wurde auch ein neues Kirchenfenster im Chorraum beschlossen. Den Entwurf des zentralen farbigen Fensters in der Dreifaltigkeitskirche lieferte der Maler Karl Seidl in Frankfurt, die Ausführung besorgte die Firma Münch in Groß-Umstadt. Dr. Sommer legte dazu 6 Entwürfe des Glasmalers Seidel vor. Der Kirchenvorstand entschied sich für ein Fenster, das 3 Rhomben, unfigürliche Farbquadrate, übereinander zeigt, die als Symbole der Dreifaltigkeit gedeutet werden können.

Umrahmt wird das zentrale Fenster durch zwei neuere Glasfester aus dem Jahr 1998. Entworfen und für die Ausführung sorgte Manfred Staudt (später Cornelius Staudt gen.) Sie waren das Ergebnis einer Ausschreibung unter mehreren Künstlern. Dabei gab es keine präzise thematische Vorgabe. Ausgeführt wurden die Entwürfe von der Firma Derix in Taunusstein. Im Jahre 1998 wurde die Dreifaltigkeitskirche renoviert, und im Zuge dieser Maßnahme wurden auch die Fenster eingebaut. Eingeweiht wurden Kirche und Fenster am 4. Advent im Beisein des Künstlers.

 

Pfarrer G. Siegert schrieb dazu im Gemeindebrief 1998:

„Die neuen Kirchenfenster - Einlassen auf persönliche Deutungsabenteuer

Harmonisch und zugleich herausfordernd flankieren die neuen Fenster im Chor­raum unserer Kirche das seit den 60er Jahren vorhandene Mittelfenster mit seinen drei farbintensiven Rhomben als Dreifaltigkeitssymbol.

Für den Künstler Manfred Staudt war es eine besondere Aufgabe, unter Berücksich­tigung des Vorgegebenen ein Tryptichon zu gestalten, das in spannungsvoller Einheit den Altarbereich abrundet. Dies ist in überzeugender Weise gelungen. So werden die Farben aus dem Spektrum des Mittelfensters aufgenommen durch einen Spannungsbogen von Grün im linken Fenster zum Violett im rechten in Bezieh­ung gesetzt. Dabei ist die Farbintensität durch die dun­kle Rahmung mit einem un­regelmäßigen Fries deutlich hervorgehoben. Thematisch gibt es keine Vorgaben, so dass der Betrachter seine eigene Phantasie ins Spiel bringen muss und frei entfal­ten kann. Die fließenden Linien laden dazu ein, sich in das Bild hinein nehmen zu lassen, um ganz persönliche Seherfahrungen zu machen. Der Künstler belässt es bei der Andeutung, dass ihn die Vorstellung von Jugend beim Ost- und Alter beim West­fenster angeregt hat. Ein Gedanke, der sich im Blick auf die leuchtenden Farben des linken Fensters und sei­nen Bezug zum Taufbecken nahelegt. Am unteren Bild­rand tritt der Betrachter gleichsam durch eine Tür und folgt einer aufsteigenden Linie bis in ein Kraftfeld von Farbe und Licht. Das rechte Fenster strahlt mit seinen warmgelben Farbtupfern auf violettem Grund Ruhe aus und lädt ein zum meditativen Verweilen. So ist von der Mitte des Dreifaltigkeitsfen­sters her das ganze Spek­trum des Lebens in seiner farbigen Vielfalt vor dem Besucher unserer Kirche ent­faltet, und so verschieden wie die Betrachter sind, kön­nen und sollen auch die jeweiligen Zugänge zur Wahrnehmung und Deutung der Fenster sein.“

BILDER